Zubereitung, Kung-Fu-Cha

 

- Was ist Kung-Fu-Cha (auch bekannt als Gong Fu Cha)?
Kung-Fu = Kunst, Technik, Bemühung; Cha = Tee (Umschrift aus Mandarin, wobei "Deé" dem Südfujian- Dialekt und "Tsá" dem Kantondialekt entspricht.)

Es handelt sich hier um eine entspannende und gleichzeitig genussvolle Art des Teetrinkens. Oolong Tee mit seinen großen, aufwendig verarbeiteten Blättern eignet sich besonders gut für diese Art der Zubereitung. Diese hat sich aus den Traditionen der südchinesischen Teeanbauregionen (heute in der Gegend um Zhangzhou, Provinz Fujian) entwickelt. In China gibt es eine einschlägige, gut 1500 Jahre alte Entwicklungsgeschichte, die eine Vielzahl von Zubereitungsverfahren für Gourmet-Tees hervorgebracht hat.

- Was brauche ich für den Kung- Fu-Cha Teegenuss?
Der typische Kung- Fu- Cha (von mir "Oolong Espresso" genannt) benötigt unbedingt eine Umgießkanne oder zumindest einen Umgießprozess.

Die üblichen Kung-Fu-Cha Teekannen sind nur faustgroß.

Das besser geeignete Material der Teekanne ist bei Hochlandtees (z.B. Shanlinshi oder Lishan Oolong etc.) Keramik. Bei klassischen Tees mit etwas mehr Fermentation eignet sich die Kanne aus Ton besser (z.B. Yixing Kännchen), nicht zuletzt wegen der besonderen thermischen Entwicklung aufgrund der winzigen Größe der Kannen und der speziell selektierten Tonerde.

Die Steinkannen sind aus eigener Erfahrung aufgrund des freisetzbaren Kalks etwas umstritten für den Einsatz einer Kung Fu Cha Zubereitung.

Durch das besondere Material kommen jedoch die jeweiligen Vorzüge der Tees, wie die intensive und subtile Nachsüßung oder der blumig erfrischende Duft, viel leichter zur Geltung.
Für Tee mit Blüten könnte man auch eine Glaskanne nehmen, da die Entfaltung des Aromas der Blüten mit einer etwas längeren Ziehzeit (länger als 10 Sek.) ohne besondere Therme-Entwicklung gelingt, trotzdem werden bei aufwendig verarbeiteten Sorten wie z.B. Osmanthus Oolong Teekannen aus Keramik oder Ton empfohlen.

Das richtige Verhältnis:
Tee Volumen: Wasser Volumen=1:3 ~ 1:5 (var. nach Eigenschaften des Tees und Ihren Vorlieben)

Die üblichen Kung-Fu-Cha Teekannen sind nur faustgroß.

1. Aufguss ca. 10~15 Sekunden ziehen lassen => dann in die Umgießkanne einschenken (oder in eine Trinktasse umgießen), anschließend in die kleinen Trinkbecher verteilen. Manche trinken den ersten Aufguss nicht und schütten ihn weg, ich persönlich finde das zu schade.
2. Aufguss ca. 5~6 Sekunden=> umgießen, verteilen
3. Aufguss ca. 3 Sekunden=> umgießen, verteilen
4. Aufguss ca. 3 Sekunden=> umgießen, verteilen
5. Aufguss ca. 5~6 Sekunden=> umgießen, verteilen
6. Aufguss ca. 10~15 Sekunden=> umgießen, verteilen. Wenn vom Tee langsam kein Duft mehr wahrnehmbar ist, wechseln Sie die Teeblätter. Somit ist ein Vorgang beendet.

Mit dieser Anleitung müsste eigentlich jeder einen guten Kung-Fu-Cha zubereiten können.

Die Wassertemperatur spielt eine sehr entscheidende Rolle für die Qualität der Aufgüsse. Die Norm-Angabe 75-95°C bietet einen Spielraum, mit dem jeder selbst nach Geschmack experimentieren kann. Mineralwasser ist übrigens nicht immer das Beste für Oolong Tee nach meinen eigenen Erfahrungen, es hängt sehr von den Bestandteilen und den Teesorten ab. Mit einfachen, marktüblichen Wasserfiltern kann man auch gutes Wasser für Kung- Fu- Cha gewinnen.
Ich kann Sie nur ermuntern: Probieren Sie unter den oben genannten Rahmenbedingungen aus, um Ihre eigene Präferenz zu finden! Denn, es gibt Tees, die allen gleich schmecken, aber was für ein Tee und wie ein Tee Ihnen persönlich am besten schmeckt, müssen Sie selbst herausfinden.

- Schmeckt Oolong anders als marktübliche Grüntees ?
Das ist eine einfache Frage, die Antwort darauf könnte jedoch kompliziert werden.
Oolong Tee unterscheidet sich von den anderen Schwarztee- oder Grünteesorten, da großer Wert auf die Verarbeitung gelegt wird. Für guten Oolong Tee werden im Gegensatz zu den anderen Teesorten zusätzliche Arbeitsschritte benötigt.

In der Regel werden die Fermentation sowie die Röstung bei der Produktion und Verarbeitung des rohen Tees eingesetzt. Dabei ist die Röstung etwas anderes als das reine Erhitzen, das bei Grüntees zum Stoppen chemischer Reaktionen verwendet wird. Bei manchen Sorten, insbesondere denen aus Nantou, werden die Blätter zusätzlich noch gerollt, was einer gleichmäßigen Verarbeitung im Blatt und besseren Ästhetik sowie Lagerfähigkeit dient.

Für Oolong Tees von der subtropischen Insel Formosa  (Taiwan) setzt man typischerweise diese zwei Verfahren ein. Während die auf dem Markt üblichen Oolong Tees aus China noch überwiegend eher stark fermentiert und geröstet sind, vertreten die taiwanesischen Teebauern seit etwa 25 Jahren eine leichte, blumige Nuance, die durch sehr feine Fermentations- und Röstungsschritte zustande kommt.